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Dies und das

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Das neue Konzept der Bahn.

DSCN1898


















Foto: Stefan Geyer

Die ICE Züge der Deutschen Bahn AG haben die sibirischen Temperaturen der letzten Tage nicht verkraftet. Etliche Verbindungen müssen deshalb im Weihnachtsverkehr ausfallen.
Die Bahn hat erstaunlich schnell reagiert und ihr neues Konzept vorgestellt, das künftig derartige Ausfälle vermeiden soll. Es werde der gewohnte ICE Komfort garantiert, allerdings müsse man sich auf etwas längere Fahrtzeiten einstellen..

Mittwoch, 25. November 2009

Wenn man mal nach Stuttgart fährt.

Es gibt nur wenige Gründe, nach Stuttgart zu fahren. Der VfB ist keiner mehr und die Kickers ohnehin nicht, es sei denn, man ist VfB- oder Kickers-Fan. Das soll es ja geben. Mein Grund hieß Joe Bauer.
Joe hieß noch Joachim (Freunde nannten ihn „Dandy“), als wir vor über vierzig Jahren gemeinsam die Schulbank in Schwäbisch Gmünd drückten. Ich öfter als er. Joe war schon Rock`n Roller bevor ich wusste, was Rock`n Roll überhaupt ist. Er hatte lange Haare, als ich noch mit Fasson rumlaufen musste und mit 15 Jahren war er bereits DJ in der angesagtesten Disco nördlich der Alb. Man musste 16 sein, um dort eingelassen zu werden. Hin und wieder saß er auch am Schlagzeug einer lokalen Band, die sich „The Crossroad“ nannte.
Ich zog dann nach Berlin. Joe ist geblieben, nicht in Schwäbisch Gmünd, aber im Schwabenland. Er ging nach Stuttgart und heuerte bei den Stuttgarter Nachrichten an. Da ist er heute noch und Stuttgart kann sich glücklich schätzen.
Joe ist Journalist, war es damals schon. Gemeinsam mit anderen war er verantwortlich für eine skandalträchtige Schülerzeitung namens „Pappa Dadda“, deren Vertrieb auf dem Schulgelände streng untersagt war.
Seiner Selbstbeschreibung nach ist Bauer „Berufsspaziergänger“, er fühlt sich also einer aussterbenden Spezies verbunden, dem Flaneur. Wikipedia vermerkt folgendes über den Flaneur:
„Der Flaneur bezeichnet eine literarische Figur, die durch Straßen und Passagen der Großstädte mit ihrer anonymen Menschenmasse streift (flaniert). Hier bietet sich ihm Stoff zur Reflexion und Erzählung. Der Flaneur lässt sich durch die Menge treiben, schwimmt mit dem Strom, hält nicht inne, grüßt andere Flaneure obenhin. Der Flaneur ist intellektuell und gewinnt seine Reflexionen aus kleinen Beobachtungen...“
Die Ergebnisse dieser Reflexionen und Beobachtungen kann man regelmäßig in Bauers Glossen in den Stuttgarter Nachrichten nachlesen, oder in den regelmäßigen Depeschen auf seiner Website. Eine repräsentative Auswahl dieser Texte ist in einem schönen Band versammelt, „Schwaben, Schwafler, Ehrenmänner“, erschienen im Berliner Verlag Edition Tiamat.
Die Präsentation des Buches sollte im Stuttgarter Theaterhaus stattfinden. Der Saal war mit 400 Besuchern ausverkauft. In Stuttgart ist Joe Bauer weltberühmt. Die Gäste erwartete keine schlichte Lesung sondern eine Show und die heißt „Joe Bauers Flaneursalon“. Damit tingelt er in wechselnden Besetzungen durch Stuttgart und die angrenzenden Gemeinden. Und das schon seit über zehn Jahren. Im Theaterhaus erwartete die Besucher ein Flaneursalon in voller Fußballmannschaftsstärke.
Moderiert wurde der Abend vom begnadeten Entertainer Michael Gaedt. Für die Musik sorgten der Tänzer und Singer-Songwriter Eric Gauthier, die Soulsängerin Dacia Bridges sowie Roland Baisch mit seiner wunderbaren Band, die Country so spielte, als sei Nashville ein Vorort von Stuttgart. Zwischendrin las Bauer seine bissigen, satirischen und nachdenklichen Texte. Nach einer Pause und drei Stunden war der sehr kurzweilige Abend vorbei und ich hatte eine Ahnung von Stuttgart.
Der Verleger Klaus Bittermann, eigens aus Berlin angereist, freute sich über einen, so bislang noch nicht erlebten, Buchverkauf.
Der Abend endete in einem nahegelegenen Restaurant. Neben mir saß ein grauhaariger Mann. Er trug eine Lederweste mit der Aufschrift „Hells Angels Stuttgart“, vorne stand „President“. Aus Erzählungen Joes wusste ich, das war der Fotograf Lutz Schelhorn. Ich hatte im Internet ein paar Fotos von ihm gesehen. Zusammen mit dem Künstler Stefan Mellmann verantwortet Schelhorn die eindringlichste Gedenkstätte an die Vernichtung der Juden im „Dritten Reich“, die mir bekannt ist. Am Stuttgarter Nordbahnhof, von dort wurden die Stuttgarter Juden in die Vernichtungslager deportiert, vergruben Mellmann und Schelhorn dreissig ausgewählte Dias in die leidgetränkte Erde, um dieses Leid sichtbar zu machen. Vorher hatte Schelhorn das Gelände in über 1000 Fotos festgehalten, aus denen die dreissig Motive ausgewählt wurden. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind seit zwei Jahren unter dem treffenden Titel „Die Chemie der Erinnerung“ auf 30 großformatigen Fotos in einer Dauerausstellung auf dem Gelände am ehemaligen Stuttgarter Nordbahnhof zu sehen. Joe Bauer hielt seinerzeit die Eröffnungsrede zur Ausstellung. Diese Rede ist in seinem Buch nachzulesen.
Am nächsten Tag besuchten wir Schelhorn in seinem Atelier, vis à vis des Stuttgarter Hauptbahnhofs, jenem Baudenkmal, das ab nächstem Jahr einem größenwahnsinnigen Projekts namens "Stuttgart 21" zumindest teilweise zum Opfer fallen soll. Schelhorn bot Kaffee und Zigaretten an, seine Tochter, die bei ihrem Vater eine Ausbildung absolviert, servierte. Und er erzählte von seinem nächsten Projekt, eben jenem Bahnhof, den er von seinem Atelierfenster aus jeden Tag sieht. Mit seiner großformatigen Kamera lichtet er in Schwarz-Weiß den Bahnhof aus jeder erdenklichen Perspektive ab. Damit führt er uns auch in Räume, die uns Reisenden normalerweise nicht zugänglich sind. Ein Spiel mit Licht und Schatten, Architektur und Menschen. Der Titel dieses Projekts lautet „Hauptbahnhof Stuttgart vor 21“. Am Computer zeigte er uns einige sehr beeindruckende Ergebnisse dieser monatelangen Arbeit. Seine Tochter checkte derweil ihr Facebook Profil und ich fühlte mich wohl.
Zum Abschied schenkte mir Schelhorn einen Katalog zu „Die Chemie der Erinnerung“ und ich wusste, mein mediengeprägtes Bild über Hells Angels bedurfte dringend einer Revision.
Joe und ich machten uns auf den Weg, die „Chemie der Erinnerung“ in natura zu sehen. Von der Gegend, in der wir aus der Bahn stiegen, behauptete Joe, dort lebten keine Deutschen. Er fand den Weg nicht auf Anhieb und fragte eine Gruppe Jugendlicher mit Bierflaschen in der Hand. Es war nicht mehr weit und bald standen wir in einem unwirklichen Niemandsland unweit eines Schrottplatzes. Hier war also der Ort des Schreckens, Standort der offiziellen Stuttgarter Gedenkstätte für die Opfer des Naziregimes, der ehemalige Stuttgarter Nordbahnhof. Wir waren die einzigen Besucher an diesem Freitagmittag. Ich wunderte mich über fehlende Spuren von Vandalismus an „Die Chemie der Erinnerung“. Joe meinte lapidar: Würdest du was kaputtmachen, was einem Hells Angel gehört?
Er führte mich weiter durch seine Stadt, vorbei an den „Wagenhallen“, unweit des Nordbahnhofs, die heute für Konzerte und Partys genutzt werden. Von einer Eisenbahnbrücke aus blickten wir auf alte Wagons, aus deren kleinen Schornsteinen es qualmte. Künstler hatten sich dort einquartiert. Diese städtischen Freiräume hat Stuttgart also auch zu bieten, noch.
Zum Abschluß meiner kurzen Reise besuchten wir das neue Stuttgarter Kunstmuseum, das eine sehr sehenswerte Sammlung lokaler Künstler sein Eigen nennt, Otto Dix und Willi Baumeister zum Beispiel. Die aktuelle Ausstellung war Adolf Hölzel gewidmet, dem „Erfinder“ abstrakter Malerei. Dieser Glaswürfel ist ein städtebauliches und architektonisches Highlight. Von Oben blickt man auf eine Eisbahn und Bratwurstbuden, die den Schlossplatz verschandeln. Aber das sind Themen für den „Berufsspaziergänger“ Joe Bauer.
Am Bahnhof verabschiedeten wir uns. Keine 24 Stunden verbrachte ich in Stuttgart und fuhr mit dem Gefühl, hinter die Kulissen einer Stadt geschaut zu haben.
Joe blieb und bereitete sich auf das nächste Spiel seines Vereins vor, den Stuttgarter Kickers. Stuttgart hat Joe Bauer leidensfähig gemacht.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Bye Bye SUV

Eine schöne Vision verbirgt sich hinter diesem Link
Möge sie sich schnell bewahrheiten und diese peinlichen Bürgerkriegsautos von unseren Straßen und aus unseren Städten verschwinden.

Montag, 14. Januar 2008

Das Internet retten!

Es raunt immer öfter durch`s Netz – der Infarkt droht, der Netzinfarkt. Schuld sein wird ein ständig wachsendes Datenvolumen, das durch eine begrenzte Kabelkapazität gejagt wird.

Irgendwann sitzen wir also vor unseren Laptops mit den superschnellen DSL Anschlüssen und die Mails der Liebsten lassen trotzdem auf sich warten, denn sie stecken im Datenstau. Vorbei auch die genau getimete Abgabe des Höchstgebots für die rare Frank Zappa Vinyl LP. Der Aktienkurs der Firma Google geht in den Keller, weil kein Mensch mehr eine Firma wie Google braucht. Oder morgens geht Spiegel Online nicht auf. Bald darauf fangen wir also wieder an, Postkarten und Briefe zu schreiben und auf Flohmärkte und Plattenbörsen zu gehen, so wie früher. Millionen Webnerds irren ziel- und haltlos, den Laptop geschultert, durch die Straßen, auf der vergeblichen Suche nach einem funktionierenden Internetanschluß. Die Hauptquartiere der Provider werden gestürmt, Computer aus den Fenstern geschmissen, Kabel aus den Wänden gerissen, das Mobiliar verfeuert. Bürgerkriegsähnliche Zustände bei AOL, T-Online und Co. Doch es nützt alles nichts, millionen Existenzen, die vom Internet leben und nichts anderes können, sind ruiniert.

Um dieses Horrorszenario zu verhindern, könnte das Konzept des „Kontingentierten Sprach- und Wortvolumens“ (KSW) eingesetzt werden und helfen, die drohende Katastrophe abzuwenden.
Das KSW ZK (Zentralkomitee) weist jedem Menschen, vom Tag der Geburt an, ein bestimmtes Wortvolumen für sein gesamtes Leben zu. Die Menge der zur Verfügung stehenden Wörter reicht in der Regel bequem aus, um durch ein, sagen wir, 90jähriges Leben zu kommen. So etwas läßt sich errechnen und je nach Nationalität, Kultur, Geschlecht und sprachlichen Besonderheiten gestalten. Niemand soll das Gefühl haben, sich nicht in aller Ruhe mit anderen austauschen zu können. So sollen Freundinnen nicht plötzlich angehalten sein, sich beim abendlichen Telefonat kurz zu fassen und sich auf die wirklich wichtigen Informationen zu beschränken. Auch Fußballradioreporter sollen natürlich weiterhin unbekümmert ihrer Profession nachkommen können. Selbstverständlich ist auch die Wahl der Worte völlig freigestellt. Es gibt also keine Worte, die häufiger zur Verfügung stehen als andere. Vordergründig geht es ausschließlich um Quantität. Und es spielt auch keine Rolle, ob die Worte geschrieben, gesprochen oder gesungen sind. Das bleibt ebenfalls den Wortnutzern vorbehalten. Wer also beispielsweise im Wesentlichen mit den Wörtern „Essen“, „Bier“, „Fußball“, „Fernsehen“, „Ficken“, „Auto“, „Ja“ und „Nein“ auskommt, wird über eine ausreichende Anzahl der genannten Begriffe verfügen können.

Will man allerdings den Netzinfarkt verhindern und das Datenvolumen einschränken, das tagtäglich die Leitungen verstopft, wird man um eine behutsame qualitative Wertung des Gesprochenen, Geschriebenen und Gesungenen nicht umhin kommen. Ja, man wird auch die Qualität des Gelesenen und Gehörten mit in diese, wie gesagt, behutsame Wertung einbeziehen müssen. Selbstverständlich werden aber gelesene oder gehörte Texte in aller Regel nicht auf das KSW angerechnet, dient doch das Lesen von Büchern und Zeitschriften sowie das Hören von Hörbüchern und Musik der Persönlichkeitsausbildung. Dennoch, wer schon mal Fernsehen geschaut hat, oder sich in Internetforen rumgetrieben hat, wird die Notwendigkeit, dem ungezügelten Wortgebrauch Einhalt zu gebieten, sicherlich verstehen können.

Wo also anfangen bei der Wertung und Ahndung missbräuchlich und überflüssig verwendeter Wörter und Begriffe (MÜW)? Naheliegend ist es naturgemäß, die Versender sog. SPAM Mails zu ahnden, in dem beispielsweise dem Absender einer solchen Mail, sagen wir mal, das Tausendfache der Wörter, aus denen die SPAM Mail besteht, von seinem KSW abgezogen wird; multipliziert mit der Anzahl der Empfänger, versteht sich. Das würde, nachvollziehbarerweise, zu einer unmittelbaren und spürbaren Entlastung des Netzes führen.

Andererseits wäre es auch denkbar, vielleicht auch wünschenswert, das Verfassen sog. „dummer und überflüssiger Texte“ (DÜT) zu ahnden. Wenn also beispielsweise der Schlagersänger Dieter B. ein Buch schreiben lässt und unter seinem Namen veröffentlicht, wäre es eventuell bedenkenswert, dem Herrn B. die Anzahl der Worte in diesem Buch von seinem KSW abzuziehen, multipliziert mit den verkauften Exemplaren, versteht sich. Das würde genanntem Schlagersänger sicherlich zu denken geben und er wäre fürderhin sparsamer mit seinen Äußerungen. Das wiederum führte zu einer spürbaren Reduzierung öffentlicher, medialer Reaktionen auf die Äußerungen des Herrn B. und somit ebenfalls zu einer starken Entlastung des Netzes. Die Käufer des Buches sollen natürlich damit rechnen, die Anzahl der Worte des Textes von ihrem KSW abgezogen zu bekommen. Dies könnte durch einen entsprechenden Aufkleber auf dem Buch kenntlich gemacht werden.

Hätte es dieses geniale Konzept schon vor 60 –70 Jahren gegeben, dann wäre z. B. die berühmte Rede des Herrn Goebbels vom 18.02.1943 im Sportpalast ganz sicher anders verlaufen, nämlich möglicherweise so: „WOLLT IHR DEN TOTALEN...?“ Feierabend, Schluß aus und vorbei. Goebbels macht den Mund auf und zu, blickt sich hilflos um, schnappt wie ein Fisch, nein, nicht nach Luft, sondern nach Wörtern, nach einem Wort genaugenommen. Aber sein Kontingent wäre just in diesem Moment erschöpft gewesen, wenn es denn überhaupt so weit gereicht hätte. Das enttäuschte Publikum hätte sich völlig verunsichert umgeschaut, erwartungsvoll zum Herrn Goebbels geblickt, der freilich schon längst stumm und wild gestikulierend, hinter den Kulissen verschwunden wäre. Was wollte er denn nun noch sagen, „Klamauk“, „Spaß“ ,“Sex“ ...? Das blöde Geschrei anschließend wäre ebenfalls unterblieben und die Welt sähe möglicherweise besser aus.

Aber wir wollen zu unserem Schlagersänger zurückkehren. Er hat jetzt ein Problem. Jede Menge Kohle aber nur noch ein überschaubares Kontingent an Worten. Nichts mit dem er hinkommt bis ans Ende seiner Tage. Ein unerträglicher Zustand für jemand, der von Verlautbarungen lebt.
Und wir kehren zurück zu unserem Beispiel des sprachlich Eingeschränkten, wir erinnern uns („Essen, „Trinken“, „Fußball“ etc..). Diese Person, nennen wir sie MF für Mundfaul, hat naturgemäß noch jede Menge Wörter in seinem KSW, mehr als sie jemals aufbrauchen kann. Zumal auch die gesundheitliche Situation MFs nicht so ist, dass mit einer hohen Lebenserwartung zu rechnen ist.
Hier setzt dann der Zertifikatshandel ein, den wir, in vergleichbarer Weise, bereits vom Handel mit CO2 Zertifikaten kennen.
Der Schlagersänger B. wendet sich also an die Person MF, die ihm vom KSW ZK, gegen eine geringe Gebühr, vermittelt wurde. Er kann MF gegen ein Entgelt, sagen wir, 10% seines KSW abkaufen. MF freut sich und studiert das Fernsehprogramm. B. ist etwas erleichtert, traut sich aber trotzdem nicht, gleich wieder neue Lieder zu singen oder ein Buch schreiben zu lassen. Das muß er erst mal mit seinem Vermögensberater besprechen.

Wir sollten aber im Zusammenhang mit KSW nicht nur von Sanktionen sprechen. Selbstverständlich gibt es auch Möglichkeiten, sein KSW durch geniale Sprachschöpfungen zu erweitern. Wer also beispielsweise ein unterhaltsames, sinnvolles, nutzbringendes und vielleicht sogar künstlerisch wertvolles Buch schreibt, soll selbstverständlich alle Wörter, die für dieses Buch notwendig waren, gutgeschrieben kriegen, multipliziert mit den verkauften Exemplaren, versteht sich. Also genau andersrum wie bei dem Schlagersänger B.

Ebenso sollte bei dem Erfinden schöner neuer Begriffe das Bonussystem greifen. Wer also so schöne Worte wie beispielsweise, sagen wir mal, „Arschlochtrefferquote“ in Umlauf bringt, soll für den Rest seines Lebens keine Sorge mehr um sein KSW haben.

Wäre doch gelacht, wenn wir das Netz nicht retten könnten.

Dienstag, 19. Juni 2007

Grußwahn

Eine neue sprachliche Unsitte macht sich breit. Es reicht nicht mehr, einen Brief, eine Mail oder ein Fax mit schlichtem "Freundliche Grüße..", "Beste Grüße..", "Viele Grüße.." oder gar nur "mfG" abzuschließen. Nein, heute müssen es gleich "Sommerliche Grüße aus Dingenskirchen" oder "Sonnige Grüße aus Winsen an der Luhe" oder " Heiße Grü..." nein, das dann eher doch nicht. Aber vielleicht "Verschwitzte Grüße nach Berlin". Da sind der Phantasie ja kaum Grenzen gesetzt. Heute erreichte mich eine Mail, die mit "Schöne Junigrüße aus Solingen" abschloß. Nun, es freut mich aufrichtig, daß in Solingen auch Juni ist, echt.

Es ist ja noch zu toppen:
"Ein fröhliches Hallöchen aus dem Emsland!"
...........
"Liebe Grüssle"

uuuuaaaaaahhhhh.......

Montag, 19. März 2007

halloundgrüßgottundservusundmoinmoin...

Eine weitere sprachliche Unsitte breitet sich rasant aus: der verdoppelte Begüßungs- bzw. Abschiedsgruß. Keine Fahrt mit der Deutschen Bahn ohne vom Zugchef mit einem deftigen "Tschüß und Aufwiedersehen" verabschiedet zu werden. Weshalb eigentlich "und"? Einmal reicht völlig. Und wenn schon beides, dann doch bitte so; Tschüß oder Aufwiedersehen. Der mit "Tschüß" verabschiedete kommt nicht unbedingt wieder, oder man will nicht, daß er wiederkommt, das aber so direkt auch wieder nicht äußern. Beim "Aufwiedersehen" hofft oder wünscht man, daß der so verabschiedete auch mal wiederkommt und man ihn dann auch sieht. Oder ist der Zugchef unsicher, wie er mit seinen Gästen umgehen soll? Eher locker oder doch besser förmlich? Dann sagt er "Tschüß" zu denen, die er eventuell auch duzen könnte. Die "Aufwiedersehen"-Kandidaten wären dann die eher gesetzten, seriösen Herrschaften, die man am besten noch mit einem Diener, rsp. einem Handkuß, begrüßt. Oder gilt "Tschüß" für die 2. Klasse und "Aufwiedersehen" für die 1.?
Heute morgen hat irgendein Werbefritze, der im Radio für irgendwas warb, die Hörer mit "Servus und Grüßgott" begrüßt. Das war nun besonders dämlich, weil nicht mal eine landsmannschaftliche Differenzierung unterstellt werden kann. Hier ging`s eindeutig um Süddeutschland. Die Landsleute an der See wurden glatt unterschlagen, dabei haben die ja die optimale Begrüßungsformel gefunden, gilt morgens und abends und nachts und ist auch schon verdoppelt: moinmoin! Vielleicht war das beworbene Produkt aber auch nichts für den Norden!

Dienstag, 6. Februar 2007

Merkel und der Klimaschutz

Der UNO Bericht zur Entwicklung des weltweiten Raumklimas hat die Menschen in Deutschland aufgewühlt. Es ist zweifelsfrei bewiesen, dass der Mensch die Hauptursache für die Veränderung des Raumklimas ist.
Die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel hat der Zeitschrift „Die Schnelle“ ein Interview zum Thema gegeben, das hier in Auszügen wiedergegeben werden soll.

Die Kanzlerin zum Raumklima:
„Es ist 5 vor 12“

Die Schnelle: Frau Bundeskanzlerin, wir erleben einen der wärmsten Winter aller Zeiten. Die Menschen gehen auch im Winter raus, in die Restaurants, in die Kneipen. Sie bleiben nicht, wie sonst, zu hause, oder fahren in die Berge. Wie bedroht ist das Raumklima?

Angela Merkel: Die Situation ist in der Tat bedrohlich. Es gibt immer weniger Gletscher im Gebirge, die Stürme werden heftiger. Die Menschen halten sich also immer seltener im Freien auf, wo es weniger bedrohlich ist zu rauchen. Statt dessen gehen sie in geschützte Räume und rauchen dort.

Wie ernst ist die Lage?

Man kann es auch so sagen: Es ist fünf vor zwölf.

Was tun Sie persönlich in Ihrem Alltag für den Raumklimaschutz?

Wenn ich sage, es ist fünf vor zwölf, dann meine ich damit auch, dass ich jetzt meine letzte Zigarette für heute rauche. Nach zwölf ist Schluß! Auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Ich spare Zigaretten wie viele Menschen – das fängt damit an, dass man Zigaretten nicht sinnlos im Aschenbecher verglühen lässt und geht bis zum vernünftigen Lüften. Aber das Wichtigste ist: Wir müssen den Kopf frei machen für neue Wege. Man kann Wirtschaftswachstum haben, ohne dass der Nikotinverbrauch in gleichem Maße zunimmt.

Was müssen die Deutschen tun, um einer drohenden Raumklimakatastrophe entgegenzutreten?

Die Deutschen können als Vorreiter neue Lösungen entwickeln und wir müssen den eigenen Teer- und Kondensatausstoß weiter senken. Es gibt viele konkrete Möglichkeiten: Mehr Altbauwohnungen müssen gut wärmeisoliert werden. Dann wird es nach dem Lüften schnell wieder kuschelig warm. Und die Zigaretten sollten wieder besser gestopft sein. Das würde den Prokopfverbrauch an Zigaretten doch spürbar senken. Und wir könnten auch etwas zurückhaltender rauchen, nicht immer ständig voll durchziehen. Auch mal eine auslassen. Das spart Zigaretten und verringert damit die Rauch-belastung. Das ist auch gut für das eigene Portemonnaie. Beim Zigarettenkauf sollte der Preis und der Schadstoffausstoß eine wichtige Rolle spielen. Übrigens kann man auch durch die häufigere Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Raumklimaschutz betreiben. Dort darf man ja bekanntlich nicht rauchen. Erfreulich ist, dass in Deutschland das Bewusstsein dafür seit Jahren wächst.

Ihr Parteifreund, der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, will für Deutschland auch ein generelles Rauchverbot nicht ausschließen. Ist das mit Ihnen als Kanzlerin machbar?

Die Diskussion über ein generelles Rauchverbot sehe ich nicht. Viele öffentliche Gebäude haben Beschränkungen, sind mit Raucherräumen ausgestattet. Das dient dem Klimaschutz.

Die pauschale Abgassenkung für Tabakwaren, die die EU anstrebt, wollen Sie nicht. Schützt Deutschland seine Tabakindustrie zulasten des Raumklima- und Nichtraucherschutzes?

Nein. Ich bin für die weitere Absenkung des Schadstoffausstoßes auch bei Zigaretten und Zigarren. Aber man kann nicht alle Zigaretten und Zigarren über einen Kamm scheren. Leichte Zigaretten müssen andere Grenzwerte als starke Zigaretten haben. Oder gar Zigarren. Deshalb sind pauschale Abgasgrenzwerte falsch. Wir brauchen ehrgeizige, aber eben unterschiedliche Reduktionsziele für die verschiedenen Marktsegmente bei Zigaretten und Zigarren. Wer die großen Zigarren herstellt, der kann nicht den geringsten Schadstoffausstoß haben.

Frau Merkel, es gibt neue Studien zur Gefährdung der Gesundheit durch Handystrahlen. Bereitet das Ihnen Sorgen?

Wir werden dies sorgfältig prüfen. Viele Menschen sind angesichts solcher Meldungen besorgt. Allerdings haben bisherige Studien andere Ergebnisse geliefert.

Freitag, 1. Dezember 2006

Rauchverbot

Jetzt ist es also beschlossen, das Rauchverbot u.a. für Restaurants. Nicht verboten ist es hingegen, mit einem dieser modernen Bürgerkriegsautos, auch SUV (ScheißUmweltVerpester) genannt, in ein solches rauchfreies Restaurant zu fahren.

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